Nobby

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Updated: 1 day 3 hours ago

...roh...? Ach, nein:

Wed, 12/17/2008 - 18:12

keine vier Monate bin ich München. Momentan lärmt leuchtet und lamentiert die Stadt. Weihnachten auf bayrisch. Schön isses...
Gestern abend bin ich in der Messe gewesen, in St. Michael, Jesuitenkirche. Um dahin zu kommen, muss man durch die Fußgängerzone. Um 21 Uhr sollte es los gehen. Als ich mich auf den Weg machte, war die Stadt immer noch übervoll mit Menschen. Ich musste vorbei an der mobilen Eislaufbahn, durchs Kalrstor, zwischen den Leuten durch auf die große Kirche zu.
Hinter der großen Bornzstür findet man ein beeindruckendes Betzimmer. Ich mag diesen Raum. Sehr groß, spärlich beleuchtet, zwar völlig barock aber irgendwie dezent. Oben auf der Empore propte der Kammerchor die Stücke für den Gottesdienst noch. Wunderschöne Musik.
Der Gottesdienst ging los. Krasses Eingangstück vom Chor. '...tauet Himmel den Gerechten...' ganz leise, nuschlig und fern. Der Priester kommt rein, geht auf seinen Platz. Der Chor wird unmerklich lauter '...einen Zuruf hör ich schallen: Brüder, wacht vom Schlummer auf...!' und lauter. Und lauter. Laut! Die Kirche ist fast voll mit Menschen, viele sind gekommen. Die Sänger sind jetzt fast so laut wie die Orgel: '...jenem gänzlich nachzuarten, dessen Ankunft wir erwarten...!' Bei dem wir erwarten gabs Gänsehaut. Es war ein langes Stück, auf einmal wieder ganz leise und gedämpft, als wärs draußen - zwischen den Menschen. Wie am Anfang, um dann wieder die Erwartung hinauszuschmettern 'den wir erwarten!'. Irre... als würde diese Welt tatsächlich auf einen warten - dem wir gut zureden, zusingen- ja zurufen: Komm doch endlich, lass uns nicht allein, diese Welt braucht Dich! - ich auch -

Etwa zwei oder drei Reihen hinter mir saß ein Mann. Gesehen hab ich ihn nicht, er saß für mich nicht erkennbar zwischen den anderen Christen. Ich hab ihn bemerkt, weil er so laut war. Jede Antwort, jede Liedstrophe, jeden gesprochenen Text der Gemeinde hat er laut, bayrisch und hastig akklamiert. Als wollte er den Gottesdienst beschleunigen, das Nächste schon beginnen, das Kommen herbeizwingen. Laut und ein wenige gehetzt war er... zu Beginn.

Der Priester hat gut gepredigt. Lang, eloquent, tief und beruhigend. Warten muss man eben. Im Warten hektisch werden nutzt nix. Er ließ sich Zeit. Er verstand sein Handwerk gut, denn die Menschen blieben oder wurden still. So ganz... kein Husten, Rumrutschen, keiner flüstert.
Auch der laute Mann hinter mir war am Ende des Gottesdienstes aufgegangen im Amen aller. Jesus kommt. Keiner kann ihn hindern und keiner kann ihn herbeizwingen. Er kommt... irgendwie bin ich froh.

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Allen gesegnete Weihnachten und einen guten Start ins Neue Jahr 2009.



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adoro

Wed, 12/10/2008 - 12:09











Du hast gerufen, geschrieen und so meine Taubheit durchbrochen.
Du hast geleuchtet als Fackel und Glut und so meine Blindheit verscheucht.
Du hast mich als lebendige Lebensflamme angeweht,
und ich begann, Luft zu holen und zu atmen vor dir.
Ich habe ein wenige gekostet, und jetzt habe ich Hunger und Durst.
Du hast mich angerührt, und ich bin entbrannt in Sehnsucht nach deinem Frieden.

(Aurelius Augustinus)


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...konfessionelle Paranoia...

Tue, 11/18/2008 - 09:44
...ich glaube nach etwas mehr als zwei Monaten München und Arbeit für den Zweiten Ökumenischen Kirchentag, in der schönen Landeshauptstadt so etwas ausmachen zu können, wie eine konfessionelle Paranoia.
Gestern erst. Ich sitze in einer ev. Pfarrkonferenz, erzähle unbefangen vom aktuellen und längst noch nicht fertigen Planungsstand für das Jahr 2009. Schildere die Vorhaben, wie sie sich bisher in der Vorbereitung auf das große Ereignis 2010 in München darstellen und formuliere mein Anliegen möglichst gewinnend, damit sich alle Kollegen und Kolleginnen der Stadt mit auf den Weg machen.
Womöglich bin ich ein unheilbar optimistischer Ökumeniker, zu hessisch geprägt oder schlicht zu schicht... Jedenfalls war der Widerstand aus den eigenen Reihen immens. Widerstand Nr. 1: Das können man so(!) nicht machen, weil dann wir(!) nicht vorkommen. Widerstand Nr. 2: Wir(!) werden immer(!) hinausgedrängt - zwar nett und lieb, aber man(!) will uns(!) nicht. Widerstand Nr. 3: Wer(!) hat das so (!) beschlossen und sind wir(!) da mit einbezogen? ...
Ich habe gestern gelernt, dass Evangelisch sein in München heißt, dass man a) nicht vorkomme, b) hinaus gedrängt werde und c) nicht einbezogen werde... und ganz große Angst hat.
Merkwürdig war für mich nur die Haltung eines unergründlichen Misstrauens anderen gegenüber. Ob das die Katholiken, die Freikirchen, die Anglikaner oder gar die Orthodoxen sind. Der evangelische Pfarrer, die evangelische Pfarrerin Münchens hat Angst! Angst nicht mitspielen zu dürfen, nicht vorzukommen und nicht wichtig zu sein. Die große Schwester ist recht unbeliebt und die kleinen Cousinen will man auch nicht dabei haben...
Einfach sehr merkwürdig.
Also, mir fällt schwer, so eine Haltung zu verstehen. Gehts denn um mich? Gehts denn um meine Konfessionskirche? Gehts denn um Sendezeit? Gehts um das Rampenlicht... ich blicks nicht. Ich habs nur soweit kapiert, dass wir aber müssen abnehmen, JENER aber muss größer werden...
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